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Der mit dem Wolf tanzt (John Barry) - Video





Dieses Video setzt sich mit zwei Themen aus Der mit dem Wolf tanzt von John Barry auseinander. Es betrachtet das Thema des John Dunbar und das Wolf-Thema. Der Film ist insgesamt um sehr viele musikalische Themen reicher, weshalb eine Beschränkung notwendig war. Der mit dem Wolf tanzt wurde 1991 mit 7 Oscars ausgezeichnet und gehört zu den erfolgreichsten Western aller Zeiten. Er stellt zugleich Kevin Kostners Regiedebut und erfolgreichsten Film dar. Für den Komponisten John Barry bedeutete er den letzten von fünf Oscars.

Hat sich die Wahrnehmung von Filmmusik in den letzten 20 Jahren verändert?


Vor ein paar Tagen schaute ich mir meine Blogstatistiken an und bemerkte einen plötzlichen Anstieg des Traffics um 400%. Ich sah mir alles genau an (Hauptzugriff durch Google, Hauptbegriffe "Ziemlich beste Freunde Einaudi", Hauptzeit zwischen 20 und 24 Uhr) und kam zu dem Entschluss bei Google "Ziemlich beste Freunde tv" einzugeben. Und tatsächlich war der Film an diesem Tag 20:15 im Free-TV gelaufen. Ziemlich beste Freunde war bis dahin schon der am höchsten frequentierte Beitrag meines Blogs gewesen, aber dies überraschte mich dennoch. Und ich stellte mir die Frage, ob dieses Interesse für Filmmusik vor 20 Jahren auch schon so stark gewesen wäre. Dies ist nun der Ausgangspunkt für diesen Artikel. Er ist relativ subjektiv gefärbt und beruht nicht auf wissenschaftlichen Studien, weshalb die Kommentarfunktion gern exzessiv genutzt werden kann, um mich zu korrigieren.


Das Schicksal der hintergründigen Filmkünste

Filmmusik war schon immer eine eher stiefmütterlich behandelte Kunstform; wie eigentlich der gesamte Bereich der Film-Postproduktion. Niemand kennt die Komponisten, Sounddesigner, Colorcorrector, Colorgrader oder Cutter, welche einen Film nicht nur nebenbei veredeln, sondern ganz grundsätzlichen Einfluss auf ihn haben. Sie alle sind die stillen Arbeiter hinter den Kulissen. Sie sorgen dafür, dass der Film in sich stimmig ist, dass man Aussetzer der Schauspieler noch retten kann, dass schlechte Bildaufnahmen nutzbar gemacht werden. Insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Komponist und Cutter kann sehr wichtig sein, wobei natürlich hier in erster Linie der Regisseur als vermittelndes Element fungiert.
Ein bekanntes Beispiel aus der Vergangenheit ist die Abschlussszene von E.T., welche für den Komponisten John Williams so schwer zu dirigieren war, dass Steven Spielberg entschied, den Schnitt der Musik anzupassen. Interessant ist auch die Doppeltätigkeit von John Ottman in einigen Brian-Singer-Filmen (Die üblichen Verdächtigen, Operation Walküre), der dort Cutter und Komponist gleichzeitig ist, was natürlich eine hervorragende Abstimmung ermöglicht. Ziel der Zusammenarbeit aller Elemente ist die Herstellung einer Kontinuität, welche den Film zusammenhält; zumindest in der klassischen Hollywood-Theorie - andere (vor allem nichtamerikanische) Filmansätze stellen sich teilweise sehr bewusst gegen die Kontinuität, um bestimmte Emotionen zu erzeugen.


Wahrnehmung von Filmmusik heute und vor 20 Jahren

Früher wie heute ordnete und ordnet sich die Filmmusik normalerweise dem Gesamtkonzept eines Films unter. Früher wie heute, findet der Prozess weit abseits der Öffentlichkeit statt. Die Presse stürzt sich auf Schauspieler und vielleicht noch Regisseure; der Rest bleibt hinter den Kulissen. Hans Zimmer kann in Kalifornien in Ruhe seine Arbeit machen, während sich Jack Nicholson vor Paparazzi kaum zu retten vermag. Und dennoch hat sich die Wahrnehmung eventuell etwas verschoben.
Als ich 1999 die Schule verließ, war ich ein absoluter Nerd. Ich kannte Filmkomponisten mit Namen. Ich konnte filmmusikalische Themen zuordnen. Ich summte bei Filmen die Musik mit. Wer die Texte mitsprechen konnte, war schon merkwürdig, aber was ich da machte, fiel noch in eine andere Kategorie. Und obgleich ich aus dem Tal der Ahnungslosen stamme (Dresden), behaupte ich, dass dies in weiten Teilen Deutschlands zu dieser Zeit so gewesen sein dürfte, denn auch wir hatten inzwischen schon ein paar Jahre Kabelfernsehen hinter uns. Der eindrucksvollste Höhepunkt war zu dieser Zeit, dass ich nach dem gemeinsamen Schauen von Braveheart mit einem Freund sagte, dass ich die Musik sehr mochte und er mich fragte, ob da wirklich Musik im Hintergrund gelaufen wäre. Ich behaupte einmal, dass die meisten Menschen heutzutage zumindest wissen, dass Musik im Hintergrund bei Filmen läuft, auch wenn sie sie nicht immer unmittelbar wahrnehmen.


Mögliche Gründe für den Wandel

Ich habe dies nicht genauer untersucht, aber kann mir vorstellen, dass Filme wie Das Piano, Die fabelhafte Welt der Amélie und Ziemlich beste Freunde, zumindest in Europa, dazu beigetragen haben, dass Filmmusik etwas mehr Beachtung erfuhr. Auch Der Herr der Ringe dürfte einen gewissen Einfluss gehabt haben. Insbesondere die Herr-der-Ringe-Sinfonie ermunterte dazu, sich Filmmusik auch einmal abseits des Kinos "reinzuziehen". Speziell in Deutschland hat sicher Hans Zimmer auch ein gewisses Interesse geweckt, da er nun mal als Deutscher, ohne musikalische Ausbildung, den amerikanischen Traum verwirklichte.
Ich unterhalte mich immer wieder mit Menschen aus der jüngeren Generation (wie das klingt), die über Filmmusik Vorträge in der Schule halten mussten. Viele können bekannte musikalische Themen zumindest vage zuordnen. Auch die Unterscheidung, ob man gerade Filmmusik oder ein sinfonisches Stück hört, wird nach meinem Empfinden eher erkannt als früher. Wie gesagt, vielleicht ist dies eher ein persönlicher Eindruck von mir, aber ich glaube über die letzten zehn Jahre ein wachsendes Interesse am Medium Filmmusik entdeckt zu haben.


Mögliche Weiterentwicklungen

Die Frage ist jetzt, ob sich dieser eventuelle Trend fortsetzen könnte. Ich würde tendenziell eher sagen "nein". Filmmusik hat gewisse Charakteristika, die sie in der Regel für das Hören abseits des Films der breiten Masse unschlüssig erscheinen lässt. Die abrupten Variationen von Stimmungen, plötzliche Taktwechsel oder andere dem Medium Film geschuldete Notwendigkeiten dürften sie weiterhin eher im Hintergrund bleiben lassen. Am Ehesten könnten Suites für die Allgemeinheit interessanter werden, da sie nach klassischem Muster auskomponiert und damit dem "normalen" Hörer besser zugänglich sind.
Ich weiß noch, dass es mich bei einem meiner ersten gekauften Soundtracks (JurassicPark), beim Anflug auf die Insel, schon gestört hat, dass die Melodien so durcheinander waren und kaum in einem Zug zur Blüte kamen. Je mehr ich mich mit Filmmusik beschäftigte, umso mehr verstand ich die Notwendigkeit, was allerdings meine Klavierlehrerin in den Wahnsinn trieb, da ich in meinen Kompositionen diese abrupten Wechsel teilweise selbst einbaute und dies mit ihrem "klassischen Ohr" überhaupt nicht zu vereinen war. Da die meisten Menschen in Musik eher klare Strukturen mögen, glaube ich nicht, dass die breite Masse ihre Freude an dem Medium entdeckt.
Natürlich wünschte ich mir manchmal, dass Filmkomponisten mehr Anerkennung für ihr Werk erhielten. Auf der anderen Seite gälte dies für Drehbuchautoren, Cutter, Farbbearbeiter oder Special-Effects-Menschen in gleichem Maße, weshalb ich vermute, dass die Kunst der Filmmusik, wie alle anderen Bereiche der Prä- und Postproduktion eines Films, Nerdsache bleiben werden. Nur war man früher bei Interesse an diesen Gebieten ein absoluter Nerd, heute ist man ein relativer. Immerhin.



Filmmusik - eine kurze Geschichte





Filmmusik ist eine Kunstform, die sich im Laufe ihrer Entwicklung sehr verändert hat. Zu Beginn, in der Zeit des Stummfilms, wurde Filmmusik meist live nebenher gespielt. Über hundert Jahre später merken nun viele Menschen gar nicht mehr, dass im Kino überhaupt Musik zu vernehmen ist. Filmmusik wirkt subtil und es gibt nicht wenige, die meinen, dass sie dann besonders gut sei, wenn keiner sie wahrnimmt. Dabei kann man Filmmusik durchaus als eigene Kunstform sehen, denn sie funktioniert oft auch außerhalb des Mediums Film, wenn man sich auf sie einlässt. Bei den meisten läuft dann wohl der Film noch einmal vor Augen ab, aber manche genießen sie vielleicht auch im Sinne absoluter Musik, ohne den Film selbst zu kennen. Absolut auffällig wird Filmmusik in jedem Fall, wenn sie in einem Film fehlt. Dann merkt selbst der Letzte, dass irgendetwas nicht stimmt, auch wenn er oder sie es nicht sofort benennen kann.


Eine kurze Geschichte der Filmmusik


Filmmusik hat inzwischen über 100 Jahre auf dem Buckel. Wie bereits erwähnt, wurde sie erstmalig in der Zeit des Stummfilms eingesetzt. Dabei nutzte man anfänglich eher bereits komponierte Stücke zur Untermalung, als einen Komponisten anzuheuern.
Mit dem frühen Tonfilm änderte sich dies. Man begann Filmmusik direkt auf den Film zuzuschneiden. In dieser Zeit entstand auch der klassische Hollywood-Sound, für den sich Komponisten, wie Korngold, Steiner oder auch Prokofjew verantwortlich zeichneten.
Die frühen Nachkriegsjahre brachten einige Veränderungen mit sich. Komponisten wie Mancini oder Barry begannen Jazzelemente in die Filmmusik einzubringen. Filmmusik wurde also moderner und für eine Weile entfernte sie sich von der klassischen Orchestertradition. Viele Soundtracks wurden nun von Pop- oder Rock-Gruppen geschrieben, u.a. da diese einen höheren Umsatz erzielten.


Filmmusik und John Williams


Die Besinnung auf die klassischen Hollywood-Tugenden begann Mitte der 70er Jahre, als John Williams seine Soundtracks für Jaws (Der weiße Hai) und Star Wars (Krieg der Sterne) komponierte. Diese durch und durch orchestralen Werke hatten eine überwältigend positive Resonanz beim Publikum zur Folge, womit sozusagen die zweite sinfonische Ära in Hollywood begann. Neben John Williams prägten insbesondere Komponisten, wie Jerry Goldsmith, James Horner, Danny Elfman oder Elliot Goldenthal diese Ära, welche ungefähr bis Mitte der Neunziger Jahre anhielt.


Filmmusik und Hans Zimmer


Von dieser Zeit an bis heute wird die Filmmusik nun immer mehr von einer Gruppe an Musikern geprägt, die unter der Rubrik Remote Control Productions zusammengefasst werden kann. Es handelt sich bei RCP um eine Firma des deutschen Filmkomponisten Hans Zimmer, welcher im Laufe der Jahre zahlreiche junge Komponisten um sich geschart hat. Komponisten, die sich in dieser Szene bewegen, haben allgemein eine hohe Affinität zum Sounddesign und, abgesehen von einigen Ausnahmen und Zimmer selbst, weniger Interesse an ausgefeilten Leitmotiven. Diese Filmmusik ist geprägt durch aufwändige Klangexperimente mit Synthesizern verschiedener Art.
Abseits von RCP gibt es aber noch einige andere Komponisten, die weiterhin die klassische Filmmusik hochhalten. Dazu gehören beispielsweise Alexandre Desplat oder auch Howard Shore (insbesondere bekannt für die Herr der Ringe - Trilogie).