Schindlers Liste (John Williams) - Filmmusik-Betrachtung



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Trailer zu Schindlers Liste



Die Musik zu Schindlers Liste ist wohl eine der besten, die je für einen Film geschrieben wurde. John Williams (Link: Höre John Williams bei Amazon) komponierte sie im Jahre 1993 und erhielt damit seinen vierten Oscar, was allerdings nur eine von vielen Auszeichnungen war, die er durch diese Werk verbuchen konnte.



Eine große thematische Vielfalt kennzeichnet die Musik

Am bekanntesten ist sicher das Stück mit dem Titel "Theme from Schindler's list" (Link: Hörbeispiele), welches im Folgenden als das Hauptthema gesehen werden soll. Es wurde in verschiedensten Versionen und mit einer Unmenge an Interpreten immer wieder gespielt. Weltweit. Nicht wenige behaupten jedoch, dass die ursprüngliche Version immer noch die beste sei. Mit Itzhak Perlman wurde natürlich für den Ur-Soundtrack auch eine wahre Größe der klassischen Musik verpflichtet. Ein weiteres wichtiges musikalisches Thema des Filmes ist der Titel "Remembrances". Diesen findet man ebenfalls in verschiedenen Versionen auf dem Album. Einmal mit und einmal ohne Solo-Violine. Ergänzt wird die Musik durch eine ganze Reihe an Nebenthemen.


Die Stimmung der Musik

Wahrscheinlich hätte Williams' Werk ohne den Film nie dieselbe Popularität erringen können, wie mit ihm. Selten kamen Melodien passender daher als hier. Allerdings wären diese sicher auch ohne den Film einem gewissen Publikum zugänglich geworden. Denn sie können sich ohne Zweifel ebenso allein behaupten. Die zwei Hauptmelodien können von vielen Menschen ohne weiteres zugeordnet werden, was bei der meisten Filmmusik nicht unbedingt häufig ist. Denn oft geht Filmmusik neben dem Film unter. Nur wenige Titel der modernen Filmmusik haben diese Qualität. Und nicht zufällig entstammen viele solcher Melodien aus John Williams Feder. Der Schindlers Liste-Soundtrack ist ein Juwel der modernen klassischen Musik insgesamt. Die Themen bewirken eine sehr intensive Stimmung und können eine große Kraft entfesseln. Man hat das Gefühl, dass jede Note des Soundtracks perfekt ist und nie anders hätte gesetzt werden dürfen. Was die Musik erschafft, ist ein Gefühl der Trauer, vielleicht auch der Wut und unter Umständen sogar der Entschlossenheit, etwas ähnliches, wie das dritte Reich nicht noch einmal in die Realität kommen lassen zu wollen. Diese und wahrscheinlich noch andere Ziele verfolgt der Film. Und die Musik unterstützt ihn darin. Die Wahl der Violine als Hauptinstrument sollte dabei eigentlich nicht schwer gefallen sein. Vielleicht gab es da noch eine Konkurrenz mit der Klarinette, die ja aber anderweitig auch ihre Einsätze erhält; nur eben nicht an vorderster Front. Sehr treffend erscheint auch die Entscheidung, für die Untermalung des Filmes hauptsächlich Streicher zu nutzen. Bläser beispielsweise hätten dem Film, der ja bewusst hauptsächlich in Schwarz-Weiß gehalten ist, vielleicht zu viel Farbe verliehen.


"I could have done more"

Es gibt einen gleichnamigen Track auf dem Soundtrack-Album, der gegen Ende des Films zur Untermalung eingesetzt wird; genauer gesagt, in der Szene, als sich Schindler und Stern voneinander verabschieden. Auf das Zusammenspiel von Film und Musik an dieser Stelle soll hier noch eingegangen werden.
Wir beginnen bei 0:30 im Track, als Holzbläser und Streicher gemeinsam in sanften Tönen das Bild untermalen. Man sieht, wie Schindler zwischen seinen geretteten jüdischen Arbeitern hindurchgeht und sich zu seinem Auto begeben will. Eine Flöte spielt eine abgewandelte Version des "Theme from Schindlers List". Die Streicher treten für einen kurzen Augenblick komplett zurück, als Schindler einen Zettel erklärt bekommt, auf dem alle Arbeiter unterschrieben haben und der die guten Taten des Unternehmers widerspiegeln soll. Williams lässt die Musik hier thematisch gesehen sehr wage. Als der Arbeiter Schindler dieses Papier nun in würdevoller Haltung überreicht, sind die "Remembrances" durch das Streicherensemble zu vernehmen. Schindler bedankt sich. Nun tritt Stern auf und die Musik geht zurück zum Hauptthema, diesmal in der Reinversion und durch die Solovioline gespielt. Er überreicht Schindler einen Ring, zu dem er erklärt, dass die Aufschrift aus dem Talmud sei und bedeute: "Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt." Als sich die beiden Männer die Hände schütteln divergieren nun die Musiken auf dem Album und im Film. Bleiben wollen wir hier aber bei letzterem. Die Streichersektion spielt hochemotionale Akkordfolgen, ohne klare thematische Zuordnung. Als Schindler dann flüstert, er hätte mehr Juden retten können, erklingt wieder das Hauptthema, diesmal nur mit dem Streicherensemble, ohne die Solo-Violine. Schindler sagt zu Stern, er habe soviel Geld zum Fenster hinausgeworfen; dass er mehr hätte tun können. Stern entgegnet, dass Generationen entstehen würden, nur durch das, was Schindler getan hätte. Schindler weint. Die "Remembrances" erscheinen wieder, als er sich fragt, wieviele Menschen er hätte retten können, wenn er sein Auto verkauft hätte. Dann wieder ein Sprung zum Hauptthema, als er dieselben Gedanken über seine Brosche äußert. Man sieht hier, wie gut beide Themen aufeinander abgestimmt sein müssen, um diese ständigen Wechsel machen zu können. Die Musik weist inzwischen auch einige leichte Dissonanzen auf, die über die Trauer hinaus auch die Qual Schindlers darstellen. Zu guter Letzt wird die Melodie des Hauptthemas, Schindler sitzt inzwischen im Auto und fährt davon von, vom Streicherensemble gespielt, während die Solovioline darüber eine begleitende, einsame Variation von sich gibt. Hier tritt Schindler das letzte Mal im Film aktiv in Erscheinung. Und viel emotionaler aber trotzdem aufrichtiger kann man eine solche Szene wohl kaum gestalten. 

Special: Video-Analyse





Special: A clip from the movie

Dies ist eine der eindrucksvollsten Szenen des Films, auch wenn sie nicht bis zum Ende gezeigt wird. Es handelt sich um jene, welche im vorigen Abschnitt beschrieben war.





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Von Schindlers Liste gibt es inzwischen eine Menge verschiedener Film-Editionen. Es finden sich DVDs und Blue-Rays in verschiedenen Aufmachungen, von Standard- bis zu umfangreichen Spezialeditionen. Da bleibt die Qual der Wahl. Hier die Links zum Preisvergleich:

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